Ausgangspunkt

Die knapp 7,2 Millionen Einwohner in Westfalen-Lippe können ein hervorragendes Angebot an Bus- und Bahnlinien nutzen. 65 Verkehrsunternehmen erschließen die große Region mit einem engen Netz im Auftrag des NWL als Aufgabenträger des Schienenpersonen-Nahverkehrs und der 27 Aufgabenträger für den Öffentlichen Straßen-Personenverkehr.

Ab 2017 wird dieses Gesamtangebot noch komfortabler: Der WestfalenTarif ermöglicht den Kunden die noch einfachere Nutzung des Gesamtangebotes mit nur einem Ticket.

Ein WestfalenTarif

Seit 2000 existieren im Raum Westfalen-Lippe fünf regionale Nahverkehrstarife:

  • Der Münsterland-Tarif (in den Kreisen Borken, Coesfeld, Steinfurt, Warendorf und der Stadt Münster)
  • Der Ruhr-Lippe-Tarif (in den Kreisen Unna, Soest, dem Märkischen Kreis, dem Hochsauerlandkreis und der Stadt Hamm)
  • Der Sechser (in den Kreisen Herford, Minden-Lübbecke, Lippe, Gütersloh und der Stadt Bielefeld)
  • Der Hochstift-Tarif (in den Kreisen Paderborn und Höxter)
  • Der Westfalen-Süd-Tarif (in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe)

Als sogenannte Gemeinschaftstarife ermöglichen diese regionalen Tarife die Nutzung des gesamten jeweiligen Nahverkehrsangebotes mit jeweils nur einem Ticket. Auf der anderen Seite weisen diese Tarife regionale und lokale Besonderheiten und Unterschiede auf, wenngleich ihre Strukturen insgesamt auch sehr ähnlich sind. Diese Unterschiede schaffen insbesondere bei Gelegenheitskunden Probleme. Parallel steigt die Zahl der Fahrgäste vor allem im Bahnverkehr, ebenso nutzen die Menschen das Angebot für längere Fahrten über die heutigen Tarifgebiete hinaus. Sie erwarten hierfür Ticketangebote, die schnell und einfach zu nutzen sind.

Tarifgebiete heute

  • Münsterland-Tarif
  • Ruhr-Lippe-Tarif
  • Der Sechser
  • Hochstift-Tarif
  • Westfalen-Süd-Tarif
  • Übergangstarif VRR

Tarifgebiete 2017

Tickets des WestfalenTarifs
  • gelten auf allen Linien
  • gelten auf einzelnen Linien gemäß den Tarifbestimmungen
  •  
  • *im Binnenverkehr gilt der VRR-Tarif
  • **im Binnenverkehr gilt der VOS-Tarif
  • ***Integration in den WestfalenTarif angestrebt

Akteure des WestfalenTarifs

Mit der Gründung des Zweckverbandes Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) im Januar 2008 hat die Forderung nach einem westfälischen Nahverkehrstarif eine neue Dimension erhalten. Die beteiligten Kommunalpolitiker haben sich auf dieses verkehrspolitische Ziel für Westfalen verständigt. Das Nahverkehrsgesetz für NRW (ÖPNVG NRW) verpflichtet die Aufgabenträger zudem für den ÖPNV und den SPNV zur Entwicklung einheitlicher Gemeinschaftstarife in den drei neu definierten NRW-Verkehrsräumen, so auch für den Raum Westfalen-Lippe. Die dafür erforderliche Zusammenarbeit aller Akteure des Nahverkehrs in Westfalen-Lippe ist seit längerer Zeit erfolgreich.

Im Projekt „WestfalenTarif“ arbeiten die Vertreter der kommunalpolitischen Gremien, der Aufgabenträger für Bus und Bahn sowie der Verkehrsunternehmen des gesamten westfälisch-lippischen Raumes eng zusammen. Denn nur so lässt sich diese anspruchsvolle Aufgabe stemmen und damit zugleich eine neue Qualität der westfälischen Identität schaffen. Die Projektpartner NWL, OWL Verkehr GmbH, Tarifgemeinschaft Münsterland, Tarifgemeinschaft Ruhr-Lippe, Verbundgesellschaft Paderborn/Höxter mbH und Verkehrsgemeinschaft Westfalen-Süd haben im Januar 2012 eine Kooperationsvereinbarung zur Tarifharmonisierung und -entwicklung unterzeichnet.

Was sind die Ziele des WestfalenTarifs?

Das gemeinsame Ziel ist das Zusammenwachsen der heutigen fünf westfälischen Nahverkehrstarife zu einem großen Flächentarif. Möglich werden damit z. B. Fahrten von Münster bis Siegen, von Dortmund bis Minden oder von Hagen bis Paderborn in einem Tarif – unter Beseitigung der heutigen inneren Tarifgrenzen in Westfalen. Der geplante WestfalenTarif soll verständlicher und dadurch kundenfreundlicher gestaltet werden – basierend auf einem Tarifmodell mit folgenden Kriterien:

  • Für jede Verbindung gibt es eindeutig zugeordnete Preisstufen – jeweils abhängig von der Entfernung Start – Ziel
  • Die bisherigen Tarife werden vereinheitlicht und zusammengefasst – hinsichtlich der Preisstufen und unter Integration des heutigen NRW-Tarifs
  • Für die verschiedenen Tickets werden jeweils Höchstpreise definiert
  • Die Tarifbestimmungen werden harmonisiert und einheitliche NRW-weite Beförderungsbedingungen integriert
  • Der neue Tarif gilt im gesamten Verkehrsraum Westfalen-Lippe

Insgesamt lassen sich mit dem westfälischen
Gemeinschaftstarif folgende Ziele verbinden:

  • Tarifharmonisierung
  • Tarifübergänge kundenfreundlich gestalten
  • Transparenz der Tarife erhöhen
  • Einheitlichkeit der Tarifangebote herbeiführen
  • Aktive Markterschließung mit gemeinsamen Marktauftritt fördern
  • Verantwortung im lokalen/regionalen Nahbereich erhalten
  • Erlösneutralität

Haben Sie weitere Fragen zum WestfalenTarif?

Welche Herausforderungen und Chancen ergeben sich für beteiligte Verkehrsunternehmen und Mitarbeiter?

Die Verkehrsunternehmen stehen vor der Aufgabe, ihren Vertrieb und ihre Fahrgastkommunikation anzupassen, vom Bordverkauf im Bus über Automaten bis hin zu Kundenzentren und privaten Vertriebspartnern. Letztlich stellt die Vereinheitlichung von Ticketsortiment und Tarifbestimmungen aber eine Vereinfachung für die Unternehmen und Mitarbeiter dar, so zum Beispiel bei der Ticketprüfung. Das Begleitpersonal muss sich mit wesentlich weniger Tarifgrenzen auseinandersetzen; Übergangstarife innerhalb von Westfalen-Lippe entfallen gänzlich.

Ein abgestimmtes Tarifmarketing bietet zudem die Chance, durch die Bündelung von Aktivitäten bei gleichem oder geringerem Aufwand eine größere Reichweite bei der Kundenansprache zu erzielen. Durch die einheitliche Informationsquelle ist eine deutliche Informationsreduktion für den Fahrgast zu erwarten – er erhält ein einheitliches Bild und eine bessere Orientierung. Darüber hinaus wird die Fahrplanauskunft erstmalig mit der Tarifauskunft gebündelt und somit dem Fahrgast der Zugang erleichtert, was die Attraktivität des SPNV und ÖPNV fördert.

In Abstimmung mit den Kooperationspartnern in Westfalen wurde zudem eine gemeinsame Tarifdatenbank aufgebaut, die Grundlage der Vertriebssysteme der Unternehmen wird. Für Unternehmen, die raumübergreifend in Westfalen unterwegs sind, erübrigt sich die Vorhaltung mehrerer Tarifgrundlagen. Insbesondere der SPNV profitiert mittelfristig von Vertriebskosteneinsparungen.

Welchen Mehrwert bietet der WestfalenTarif?

Die Einführung des WestfalenTarifs bringt mehrere Vorteile mit sich. Zum einen macht das verständliche und einheitliche Tarifsystem Bus- und Bahnfahrten deutlich komfortabler. Der neue Gemeinschaftstarif führt zu einer erhöhten Transparenz und verbessert somit das Image des Nahverkehrs in Westfalen-Lippe. Zum anderen vervollständigt er das Ticketsortiment in der Region. Reisende erhalten dank des WestfalenTarifs in Zukunft auch ein passendes Angebot, wenn sie über die bisherigen Tarifgrenzen hinaus fahren möchten. Davon profitieren nicht nur Fahrgäste, sondern auch die Verkehrsunternehmen und -verbünde: Sie erschließen neue Potenziale, indem sie längere Reiseweiten anbieten.

Eine neue umfassende Fahrplan- und Tarifauskunft liefert den Fahrgästen einen Überblick über sämtliche Fahrtmöglichkeiten, sodass die Informationssuche über mehrere Stationen künftig nicht mehr nötig ist. Durch die Nutzung digitaler Medien sollen nicht zuletzt technische Innovationen, wie beispielsweise das E-Ticket, in Westfalen-Lippe gemeinsam realisiert werden.

Warum wird der WestfalenTarif eingeführt?

Die Nachfrage im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. Gründe dafür sind Verbesserungen im Angebot und veränderte Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen in der Stadt und auf dem Land. Gerade im Hinblick auf die steigende Anzahl an Pendlern und Freizeitverkehren mit immer größeren Reiseweiten entsprechen die Grenzen der bisherigen Tarifräume nicht mehr den Anforderungen: Es besteht Bedarf nach einer größeren Mobilitätszone und nach individuellen Angeboten, auch für größere Entfernungen.

Das Land NRW hat deswegen mit einer Änderung des ÖPNV-Gesetzes NRW (§ 5 Abs. 3) im Jahr 2008 die zuständigen Aufgabenträger beauftragt, auf die Bildung eines neuen Gemeinschaftstarifs im jeweiligen Zuständigkeitsbereich, u. a. in Westfalen-Lippe, hinzuwirken. Damit rückt die Region auf eine Stufe mit den Tarifräumen Rhein-Ruhr und Rheinland/Aachen in NRW. Mit dem WestfalenTarif besteht die Möglichkeit, dass die Partner in der Region gemeinsam über alle tariflichen Fragen entscheiden können, die sich auf den Binnenverkehr in Westfalen-Lippe beziehen.

Die Einführung des WestfalenTarifs ist für 2017 vorgesehen. Bereits vorher finden Sie hier auf der Internetseite des WestfalenTarifs alle Informationen.

Gerne können Sie uns unter folgender Adresse kontaktieren:

Projektbüro WestfalenTarif
c/o OWL Verkehr GmbH
Willy-Brandt-Platz 2
33602 Bielefeld

info [at] westfalentarif.de

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Deckblatt zum PDF der Westfalentarif Basisinfo März 2015

Titel

WestfalenTarif Basisinfo März 2015

Beschreibung

Westfalen-Lippe auf dem Weg zu einem gemeinsamen Nahverkehrstarif

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